ZV-Harmonisierung

Das Wichtigste in Kürze

 

Mit der "Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz" modernisiert und standardisiert die Schweiz ihre Infrastruktur im Zahlungsverkehr, was sich auch auf verwendete Produkte, Formate und Verfahren auswirkt. Die Anpassung soll planmässig im Jahr 2020 abgeschlossen werden, die einzelnen Umstellungsphasen greifen aber schon vorher und betreffen auch Sie als Privat- oder Firmenkunde direkt.

 

Kurzfilm

 

Hintergründe der Umstellung

Europa hat, mit Gründung des gemeinsamen Zahlungsverkehr-Raumes für Euro-Transaktionen SEPA (Single Euro Payments Area), die zahlreichen nationalen Zahlungsverkehrssysteme der Euroländer in einen gemeinsamen Standard übergeführt. Dies wurde unter der Verwendung der ISO 20022-Norm durchgeführt.


Mit ISO 20022 hat die internationale Normierungsorganisation ISO einen auf XML basierenden Standard definiert, der bei Finanztransaktionen international zum Einsatz kommt. Dies betrifft im Zahlungsverkehr unter anderem die Auftrags-, Status- und Avisierungs-Mitteilungen. Der Standard, in Kombination mit der Vereinfachung von heute existierenden Lösungen, ermöglicht es der Schweiz auf der einen Seite gegenwärtigen und zukünftigen regulatorischen Anforderungen besser zu begegnen, auf der anderen Seite wird die Bewirtschaftung der historisch gewachsenen Zahlungsverkehrslösungen einfacher und übersichtlicher.

 

Die Hauptänderungen in den verwendeten Zahlungsverkehrsprodukten und -verfahren sind die Folgenden:

 

  • Ablösung DTA-Standards durch Meldungen im XML-Format
    Mit dem DTA-Format hat der Kunde die Möglichkeit, mit einem einzigen Datenfile verschiedene Zahlungsarten elektronisch an die Bank zu übermitteln. Bis spätestens 30. Juni 2018 muss die elektronische Übermittlung auf das neue XML-Format auf Basis ISO 20022 umgestellt werden. Der neue Standard wird bei der APPKB per 1. Oktober 2017 eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt können Zahlungen im neuen Format überwiesen und angenommen werden. Das bedingt Anpassungen in der verwendeten Buchhaltungssoftware. Für Unternehmen ist es wegen den Änderungen wichtig, sich rechtzeitig mit den entsprechenden Fragestellungen zu beschäftigen.

 

  • Neuer Einzahlungsschein und IBAN-Pflicht
    Alle bisherigen Einzahlungsscheine werden ersetzt durch einen neuen einheitlichen Einzahlungsschein, entweder mit Mitteilungsfeld (ehemals rot) oder mit Referenznummer (ehemals orange), aber in jedem Fall mit IBAN und Datencode (QR-Code). Der genaue Zeitplan der Umstellung wird von SIX Interbank Clearing AG voraussichtlich bis Mitte 2017 kommuniziert. Ab 1. Juli 2020 gilt im Inlandzahlungsverkehr die IBAN-Pflicht (International Bank Account Number). Für Auslandzahlungen wird zusätzlich der BIC (Business Identifier Code) benötigt.

 

 

  • Kombination von Lastschriftverfahren und E-Rechnung
    Das bisherige Lastschriftverfahren (LSV+) wird zukünftig über die gleiche Plattform wie die e-Rechnung verarbeitet. Die Verwaltung der Profile für beide Produkte wird dadurch möglich. Die Änderungen bei diesem Verfahren betreffen den zahlungspflichtigen Konsumenten grundsätzlich nicht. Die laufenden Verträge behalten weiterhin ihre Gültigkeit.